22. 2. 2013
Die Kunst der Avantgarde und ihr Verhältnis zum Klassenkampf

Neuer Text von Claus Baumann zu den Kunsttheorien Walter Benjamins, Theodor W. Adornos und Guy Debords.

PDF-Download

2. 3. 2011
Spektakel - Kunst - Gesellschaft als EBook

Kostenloser Pdf-Download: Spektakel - Kunst - Gesellschaft. Guy Debord und die Situationistische Internationale

Der Band versammelt Beiträge zur Situationistischen Internationale, u.a. auch von Biene Baumeister Zwi Negator.

18. 7. 2009
Das Unglück muss zurückgeschlagen werden

Der zurzeit in den iranischen Städten vor sich ge­hende Aufstand bringt die offenen Schulden der Geschichte nicht nur in Hinblick auf die Islamische Republik Iran ins Spiel. Angesichts der Entwicklung, welche die Revolution schon in Algerien nahm (deren traurige Resultate in den neunziger Jahren dann nicht mehr zu über­sehen waren), sprach es die Situationistische Internationale (SI) schon 1965 aus: Man werde »zuerst Schluss machen müssen mit dem Islam«. 13 Jahre später waren es im Iran natürlich auch nicht die »islamische Opposition« oder die pro-sowjetische Tudeh-Partei bzw. andere »revolutionäre Trümmerhaufen« (SI), die den Sturz des Schahs einleiteten, sondern es war der wilde Streik der Arbeiter in der Erdöl­industrie. Dieser führte zu einem der größten Revolutionsanläufe des 20. Jahrhunderts – während der Um­sturz­phase beteiligten sich um die zehn Millionen Menschen an den laufenden Kämpfen –, aber zugleich einem der tragischsten und am stärksten verdrängten. Denn die Islamisten erhielten die Akzeptanz, mit der sie sich an die Spitze der Revolution setzen und diese in die Barbarei führen konnten, gerade von vielen Lin­ken. Deren Antiimperialismus war es, der sie, in schon immer falschen, mehr oder weniger völ­kischen Dichotomien verfangen, sich selbst an ihre Henker ausliefern ließ.

In den Jahren nach 1979 ist eine ganze Generation von hochgebildeten Revolutionären von dem klerikalfaschistischen Regime gefoltert, zu Zehntausenden massakriert oder aus dem Land getrieben worden. Mit ihnen wurde auch ein Bild jener Revolution kolportiert, das es endlich zu zerstören und neu zu konstruieren gilt, soll sich eine neue revolutionäre Generation den Raum nehmen, um in ihrer Zeit unbedingt modern sein zu können. Nimmt sie sich ernst, so wird sie illusionsloser sein müssen als die 1979 Geschlagenen. Denn Antiamerikanismus und Antisemitismus sind im Iran Staatsre­ligion und erweisen sich dort heute als das, was sie schon immer waren und sind: die zentralen konterrevolutionären Ideologien. Oder mit den Worten einer exil-iranischen Filmemacherin gesprochen: »Dieser verdammte Anti­amerikanismus, der hat uns das Genick gebrochen – diesen Mist brauche ich nie wieder!«

Doch von dieser Einsicht wollen die meisten (anti-)globalen und insbesondere die deutschen Linken nichts wissen. So mag es ein wenig hoffnungsvoll stimmen, dass am vorvergangenen Wochenende in Hamburg auf einer Kundgebung von linken Exil-Iranern einmal die antiim­perialistischen Schläger gehen mussten, als sie mit Israel solidarische Communistinnen und Communisten angriffen.

Nicht nur alle ungelösten Probleme der dort bisher gescheiterten Revolutionen, sondern der modernen Revolution überhaupt haben sich im Iran angestaut und entladen sich nun, da das Racket der Mullahs zerfällt. Sämtliche seit der Konstitutionellen Revolution 1906 unternommenen Versuche, eine eigenständige bürger­liche Gesellschaft zu entwickeln, sind gewaltsam beendet worden, und das Scheitern jener kapitalistischen Modernisierung, die der orientalischen Despotie unter dem Schah aufgezwun­gen wurde, führte zu der politischen Revolution von 1979. Das Leben ist in ökonomischer Hinsicht heute noch schlechter, als es damals war. Die jetzt aufkommende Bewegung wird ihre eigene Sprache finden müssen, um ein Bewusst­sein ihres eigenen Handelns und ihrer enormen Möglichkeiten erlangen zu können. In so einer Situation kann ihr einziger Bündnispartner nur die Wahrheit sein – andere Alliierte, von wel­chen in den vergangenen Jahren halluziniert wurde, sie würden, wenngleich aus falschen Grün­den, schon das Richtige tun, könnten im schlechten Fall aus für sie selbst richtigen Grün­den auch schnell wieder das für die Emanzipation Falsche tun. »Indessen bleiben die Arbeiter«, so schon 1972 das letzte Wort der SI hinsichtlich des gesamtgesellschaftlichen Handelns, des­sen »Zentrum selbst: weil in ihren Händen der wesentliche Teil der sozialen Produktion liegt und weil sie am ehesten auf dem reinen Tisch der aufgehobenen ökonomischen Entfremdung neu aufbauen können. Das Proletariat kann nur geschichtlich definiert werden, durch das, was es tun kann, und durch das, was es wollen kann und muss.«

Für eine Rückkehr der Geschichte gibt es im Iran die besten Bedingungen, denn dort muss wirklich »heute das Unglück überall zurückgeschlagen werden« (SI). Dabei geht es für eine entstehende cosmo-communistische Bewegung weltweit tatsächlich einmal um alles. Denn nichts kann im Iran heute außer Acht gelassen werden, in dem Bürgerkrieg, der nun zu führen ist und der, sollte er ohne Nachsicht gegen die Reaktion geführt werden, das Gesicht der ganzen Region verändern wird. Kein Aspekt des gesamten gesellschaftlichen Lebens wird vernachlässigt werden können, weil hier alles so rückständig und brutal ist, und sei es auch nur gemessen an dem heute schon Möglichen und den vom modernen Weltmarkt herangewehten Traum- und Selbstbildern. Die reaktionäre Kolonisierung des Alltagslebens und der beständige Entzug von Gesellschaftlichkeit, die so unendlich qualvollere und ständig gefährdete Subjekt­konstitution, das Geschlechterverhältnis – all das schreit nach einer lesbischen Kolonne Durruti, nach einer Roten Armee wie in »Priscilla – Königin der Wüste« und (nicht nur) nach einem Teheran der Communardinnen und Communarden.

BBZN

http://jungle-world.com/artikel/2009/27/35379.html

7. 6. 2009
Spektakel Kunst Revolution

Im Beatpunk Webzine ist ein Interview zur gerade in Weimar stattfindenden Veranstaltungsreihe "Spektakel Kunst Revolution" erschienen, zu der u.a. auch BBZN eingeladen sind (Vortrag 15.6.2009: "Situationisten, Avantgarde und Klassenkampf").

Geredet wird in dem Interview etwa über die Einbindung der Weimarer Bauhausgeschichte in die aktuellen Nationalfeierlichkeiten, über den Einfluss des Marxismus im Bauhaus, über Bauhaus und NS etc. Und über diese Bauhaus-/Weimar-spezifischen Diskussionen hinaus auch allgemein über die historischen Schwächen der diversen "Avantgarde"-Bewegungen und über die Möglichkeiten einer Aufhebung der Kunst in der momentanen Gegenwart.

Zum Interview

Mitschnitte der bisherigen Vorträge in Weimar

1. 3. 2009
Catastrophe and the Situationist Limit

Here you'll find a hardly more extented version of our paper held on the historical materialism conference on 11-07-2008 in london. We would be pleased with its circulation and are looking forward to your critique and comments!

PDF-Download

1. 3. 2009
Kritik der Politik und revolutionäre Realpolitik

Fetischistische Verhältnisse sind Schweine – das Unglück muss überall zurückgeschlagen werden!

Zum Text in Phase2 28

1. 3. 2009
Damit es nicht so weiter geht

"Die Situationistische Internationale radikalisierte den Rätekommunismus und kritisierte ihn zugleich. Aber wie die­ser tendierte sie dazu, sich über den Zivilisations­bruch Au­schwitz hin­wegzusetzen."

Text über S.I. und Linkskommunismus in Jungle World Nr. 31, 31. Juli 2008

13. 10. 2008
Si-Revue

Si-revue.de ist die Website, auf der die Zeitschrift der Situationistischen Internationale neu zugänglich gemacht wird, deren deutsche Übersetzung seit Jahren vergriffen ist. Die Artikel sind hier online lesbar, und es gibt eine neue gedruckte Ausgabe.

13. 10. 2008
Revolutionäre Realpolitik - erste Vorüberlegungen

Im gegenwärtigen Entwicklungsstadium der postNSkapitalistischen Welt ist also unübersehbar, dass einerseits verstärkt weltweit erneuerter Antisemitismus hervorgetrieben wird, der die geschlossene Weltanschauung als Verquickung von Antikapitalismus, Antiimperialismus, Antizionismus, Anti(neo)liberalismus und Anticommunismus bündelt gegen die Projektionsfigur „USrael“ in dem sich entfaltenden Weltbürgerkrieg, der seit den 1990er Jahren seinen Ausdruck fand in der Proklamation einer „New World Order“ durch die US-Regierung einerseits, des Djihad durch die umma-utopistischen Regimes und kalifatistischen bewaffneten Formationen andererseits und in der geopolitischen Konstruktion einer „eurasischen Achse“ ausgehend vom deutschen Kerneuropa- Reichsprojekt (Supermacht DeutschEUROland), das die „Völkergemeinschaft“ seit dem von ihm entfesselten Krieg zur Zerschlagung Jugoslawiens mehr und mehr, ökonomisch aber auch schon militärisch, in eine Fronde gegen die USA in klarer Richtung auf den nächsten Griff nach der Weltmacht zu bringen versucht.

zum Text); ?>

13. 10. 2008
Dokumentation eines Papiers von »enfants perdus« zur Kritik der »28 Thesen zur Klassengesellschaft«

ENFANTS PERDUS beginnen hier mit einer Kritik der »28 Thesen zur Klassengesellschaft« des KOSMOPROLET (2007).

  1. Im ersten Punkt wird auf den in der Vorbemerkung des KOSMOPROL gesetzten Selbstanspruch eingegangen und bei aller Würdigung gezeigt, dass er nicht eingelöst wird sondern stattdessen neo-operaistische Nostalgie und bakuninistische Trennung von der Klasse zur Folge hat bzw. legitimieren soll.
  2. Das Problem der Klassenambivalenz des modernen Proletariats, dessen Teil wir sind.
  3. Das Verhältnis von objektiver ökonomischer Tendenz (Krisen-, Katastrophenentwicklung) und Subjektivität im Fetischismus von Lohnarbeit/Kapital als »automatischem Subjekt«.
  4. Die Aufgabe von Konkretisierungen des ökonomischen und politischen Übergangs, der Transformationsformen aus der kapitalistischen in eine communistische Produktionsweise weltweit, - was erneut das Verhältnis von »Minimalismus« und »Maximalismus« oder Reform und Revolution aufwirft.
  5. Die Thematisierung oder Verdrängung des revolutionären Begehrens, des Systems der Bedürfnisse und der radikalen Bedürfnisse in der Spannung zu den Scheinlösungen der Entfremdungen, die vor allem aus der modernen »Alltagsreligion« hervorgehen und mehr oder weniger barbarisch ausschlagen.
  6. Die entscheidende Frage der theoretischen Praxis und der Praxis insgesamt, wie sie vermittelt werden können, - was zugleich die Frage communistisch-revolutionärer Selbstorganisierungsformen zur Association freier und selbstbestimmt produzierender Individuen ist.

zum Text

13. 10. 2008
Triebschicksal einer situationistischen Revolutionstheorie

Die Verfasserin ist in einem kleinen kommunistischen Zirkel dreier Frauen, welcher sich den Namen "Rote Sonne" gegeben hat.

Es ist in einigen Kreisen schick geworden, bei der Si nachzusehen, ob sie nicht zu diesem oder jenem Thema was Interessantes geschrieben hat. Zurecht. Nun besteht noch immer akuter Bedarf an einer Kritik des Geschlechterverhältnisses. Nicht nur, weil Versuche von links meistens theoretisch unbefriedigend („Nebenwiderspruch“) und praktisch unzureichend („gibt sich also von selbst“) waren. Es ist das Thema, welches sowohl in Freundschaften wie in Politgruppen die unergiebigsten Streitereien entfacht. Eine Lektüre der Situationisten verspricht dann zweierlei: ein ernsthaftes Interesse an der Kritik des Kapitals und an der Kritik des täglichen Lebens

weiterlesen

13. 10. 2008
Revolutionsgeschichte, einschneidend staatlich eingebettet

Link (Conne Island Newsflyer 151/ 02-2008)

13. 10. 2008
Aufstieg & Fall des konzentrierten Spektakels

Teil I und Teil II sowie eine Kritik daran. (Conne Island Newsflyer
147, 148 und 149)

10. 6. 2008
Destroy SituationISM

It is altogether wrong – as does SituationISM – to counterpose “analytical theoretical work“ and “artistic and activist“ practice, and to divide them in a dualist manner into regional “sections”, or “fractions”. On the contrary, “historification” understood as with the historical materialist Walter Benjamin as actualization, tries to explain the respective theory and ideology that goes along with the diverse forms of practical movement.

SituationISM likes to label all theoretical practice, and in our case here: the special forms of anti-aesthetic practice that followed the earlier stage of the SI and helped construct the situation of May 1968 in France, simply as non-practical or doctrinary-theoreticist.
This is the misrepresentation we would like to eradicate.

Destroy SituationISM